Elisa Steinke wird im Canadier Deutsche Meisterin
Mit einem deutschen-Meistertitel und vier weiteren Medaillen verabschiedet sich Elisa dieses Jahr in die verdiente Winterpause. Aber beginnen wir vorne: Vom 2. bis 4. Oktober fanden die Deutschen Meisterschaften im Kanuslalom in Markkleeberg bei Leipzig statt.
Auch die Deutschen Meister im Boater-Cross wurden an diesem Wochenende ermittelt. Elisa entschied sich, neben Kajak und Canadier auch im Boater-Cross an den Start zu gehen und hatte damit ein volles Programm vor sich.
Zur optimalen Vorbereitung reiste Elisa bereits das Wochenende vorher mit Thorsten Funk an, der die Trainerbetreuung bei den Deutschen Meisterschaften übernommen hatte. Auch Nils Mündelein, der Elisa in den letzten Wochen vor der Meisterschaft im Kraft- und Athletiktraining betreut hatte, ließ es sich nicht nehmen, das Meisterschaftswochenende in Leipzig vor Ort mitzuerleben. Schon im Training zeigte sich, wie anspruchsvoll der Start in allen Disziplinen und der ständige Wechsel zwischen ihnen körperlich und mental sein würden.
Am Freitag standen die Qualifikationsrennen für K1 und C1 sowie die Mannschaftsrennen an. Elisa fuhr sich in beiden Bootsklassen in die Top 10 und sicherte sich damit die Startplätze in den Halbfinalen.
In den Mannschaftsrennen startete sie erneut in der Renngemeinschaft NRW mit ihren Freundinnen Nova Müller (KSV Duisburg) und Lina Hellmeier (KVS Schwerte). Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung holten die drei im Canadier hinter Leipzig und im Kajak hinter der Renngemeinschaft Sachsen-Anhalt jeweils den deutschen Vizetitel nach NRW.
Am Samstag ging es früh mit den Halbfinalen weiter. Im Canadier war Elisa zunächst schnell und fehlerfrei unterwegs. Eine kleine Unaufmerksamkeit an Tor 12 führte jedoch zu einer Kenterung. Nach der Rolle musste sie das Tor erneut anfahren, was viel Zeit kostete. Trotzdem reichte es mit Platz 8 noch für den Einzug ins Finale.
Im Kajak-Halbfinale zeigte Elisa einen starken, fehlerfreien Lauf und gewann das Halbfinale. Damit unterstrich sie ihre Ambitionen für das Finale am Sonntag.
Der Samstagnachmittag stand ganz im Zeichen des Kajak-Cross. Die junge Disziplin besteht aus zwei Teilen: Im Time-Trial werden Einzelzeitfahren ausgetragen, bei denen es um die Startplätze für die anschließenden Cross-Heats geht. Gleichzeitig wird im Cross-Time-Trial ein eigener deutscher Meistertitel vergeben.
Elisa ging als zweite Starterin auf die Strecke und setzte sich mit der Bestzeit zunächst an die Spitze. Dann hieß es warten, denn fast das gesamte Starterfeld musste noch folgen. Als die letzte Sportlerin im Ziel war, stand fest: Elisa hatte sich nicht nur für die Cross-Heats qualifiziert, sondern belegte den dritten Platz und gewann die Bronzemedaille.
Am Abend stand unter Flutlicht bereits ihr erster Cross-Heat an, den sie gewinnen konnte. Nun hieß es, Kräfte zu sammeln und sich gut zu erholen, um am Finaltag noch einmal angreifen zu können.
Als Erstes stand das Canadier-Finale an. Aufgrund ihres achten Platzes im Halbfinale musste Elisa früh im Feld starten. Sie fuhr einen fast fehlerfreien Lauf und überzeugte mit einer schnellen Zeit. Doch dann wurden an Tor sieben plötzlich 50 Strafsekunden angezeigt. Alle Hoffnungen auf einen Podiumsplatz schienen damit geplatzt. Kurz darauf tauchte der Fehler in der Übersicht der Videoprüfungen auf. Das bange Warten begann.
Bis zum Start ihres Kajak-Finales stand das Ergebnis noch nicht fest. Elisa musste sich also mit dieser Unsicherheit im Kopf auf ihr zweites Finale konzentrieren. Als die Startzeit für ihren Kajak-Lauf herunterlief, kam schließlich die erlösende Nachricht: Der Fehler wurde nicht bestätigt – Elisa war Deutsche Meisterin im Canadier!
Davon wussten zunächst nur die Betreuer und Zuschauer. Elisa selbst startete noch mit der Ungewissheit im Kopf in ihren Kajak-Finallauf. Diesen brachte sie jedoch sehr fokussiert ins Ziel und gewann auch hier den deutschen Vizetitel. Erst danach erfuhr sie von ihrem Sieg im Canadier. Die Freude über diese beiden Erfolge war unbeschreiblich.
Am Nachmittag standen noch die weiteren Läufe in den Cross-Heats an. Im Halbfinale konnte sich Elisa nicht durchsetzen und belegte am Ende den siebten Platz.
Mit insgesamt fünf Medaillen von den Deutschen Meisterschaften ging es am Abend zurück ins Rheinland. Für ein paar Tage wird nun sicherlich das Paddel in die Ecke gestellt. Doch bereits in den Herbstferien geht es wieder in die ersten Trainingslager, um sich auf die Saison 2027 vorzubereiten.
Die ersten Gratulanten waren unser Vorsitzender Uwe Raschke sowie Sportwart und Heimtrainer Klaus Meyer. Sie ließen es sich nicht nehmen, beim ersten Training mit der frisch gekürten Deutschen Meisterin anzustoßen.
Wir alle gratulieren Elisa zu ihrer wahnsinnigen Leistung bei den Deutschen Meisterschaften und freuen uns schon jetzt auf die nächste Saison!
